Fluggastrechte – was Sie wissen sollten

Die Airlines beklagen sich, dass die Entschädigungen zu hoch sind und vermeiden daher alles, um die Kunden zu informieren. Es gibt keine klaren Vorgaben. Die maximale Entschädigung von Euro 650,- für Verspätungen, unabhängig vom Ticketpreis, können in der Tat eine Fluggesellschaft schwer treffen.

Einige Anwälte bauen hier ein Geschäftsmodell im Internet auf, die Transparenz lässt zu wünschen übrig. Die Provision beträgt ca. Euro 150,- bzw. 30% von der Erstattungssumme. Auf der Webseite müssen die Unterlagen eingereicht werden, anschliesend entscheiden die Anwälte, ob das Verfahren lohnt.

Wir können das auch und geben noch gleichzeitig Tipps für Reisende, die sich selber mit den Fluggesellschaften auseinandersetzen wollen.

Grundsätzlich:

  • Ansprüche beginnen nach 3 Stunden Verspätung
  • Vertragspartner ist immer die Airline, welche den Flug organsiert
  • Streiks sind ebenfalls ein Erstattungsgrund, solange dieser für die Airline beherrschbar ist

Diese Entscheidungen sind vom Europäischen Gerichtshof getragen mit folgenden Urteilen

  • Entschädigung auch bei Verspätungen („Sturgeon-Urteil“), 19.10.2009
  • Entschädigung bei Streiks (Tuifly), 17.4.2018
  • Anschlussflüge (Royal Air Maroc), 31.5.2018
  • Wet-Lease-Flüge (Thomson Airways), 4.7.2018

Die EU so wird gefordert, sollte die Fluggastrechte besser regeln und Unklarheiten schliessen. Vor allem sollte es für den Kunden einfach gemacht werden, seinen Schaden einzufordern.

Einige Airlines lassen die Schadensregulierung durch das Unternehmen ADR erledigen. Diese schreitet ein, wenn innerhalb von 8 Wochen nach Meldung keine Lösung erreicht wird. Es ist also eine Art Ombudsmann. Wir hatten einen Fall mit WizzAir und konnten aber elektronisch unsere Rechte nicht anmelden. Darauf hin hatten wir ein 16 seitiges PDF erhalten. Das hatten wir schnell ausgefüllt, weil nur wenige Punkte zutreffend gewesen sind.